AfB Nds: "Lehrerbildung der Zukunft" | Sa, 13.06.2015 | 10:30 bis 15:30 Uhr | Hannover

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Ganztagsschule, Inklusion, Gesamtschule, Lernen mit neuen Medien – dies sind nur vier Inhalte von vielen, die notwendigen Bereiche einer künftigen schulischen Entwicklung beschreiben. Die fachliche Ausbildung für den Unterricht in der Schule darf dabei nicht zu kurz kommen. Darüber hinaus sind jedoch grundsätzliche Kenntnisse über Organisationsstrukturen und Systemkenntnisse im Jugend- und Bildungsbereich notwendig.

Schule wird sich auch in Zukunft verändern.

 

Flyer und Workshop-Angebote als pdf

Ein erster Schritt der AfB Niedersachsen

Schule wird sich auch in Zukunft verändern.

Folgende Workshops werden angeboten:

1. Lehrerbildung und Schulentwicklung (Detlef Spindler)

2. Lehrerbildung auf dem Prüfstand (Heinz Kaiser)

3. Perspektiven der Lehrerbildung für inklusive Schulen (Prof. Dr. Werning)

4. Gestaltungswünsche für die Lehrerbildung (Dr. Jens Winkel)

5. Reformbedarfe in der universitären Lehrerinnen- und Lehrerausbildung (Prof. Dr. Veith)

Die Ergebnisse dieser Tagung sollen dann der Einstieg für weitere Diskussionen sein, deren Ergebnisse von uns in die Vorbereitung der politischen Entscheidungen eingebracht werden sollen.

Tagungsablauf:

10:30 Stehcafe

11:00 Begrüßung durch Elke / Grußwort(e)

11:45 Impuls der Workshop-Leiter

12:15 Beginn der Workshops

14:00 Auswertung der Arbeitsergebnisse

15:15 Anschlussstatement und Ausblick

15:30 Ende

Referenten:

OStDr Heinz Kaiser, Seminarleiter am Studienseminar Oldenburg für da sLehramt an berufsbildenden Schulen

Detlef Spindler, ehemaöiger Geschäftsführer des DiZ der Universität Oldenburg

Prof. Dr. Hermann Veith, Leiter des Arbeitsbereichs Pädagogische Sozialforschung an der Georg-August-Universität Göttingen

Prof. Dr. Rolf Werning, stellv. Geschäftsführer des Instituts für Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover

Heinz Kaiser: Lehrerausbildung auf dem Prüfstand - Erkenntnisse zu aktuellen Forschungs- und Evaluationsergebnissen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Lehrer(aus)bildung in Niedersachsen

Guten, lernwirksamen Unterricht zu gestalten bleibt eine hochkomplexe und anspruchsvolle Herausforderung, die eine profunde professionelle Handlungskompetenz der Lehrkräfte voraussetzt und die pädagogisches, fachdidaktisches und Fachwissen beinhaltet. Die Frage, wie zukünftige Lehrkräfte das erforderliche Wissen, Können und wünschenswerte Haltungen erlangen können, ist nicht eindeutig zu beantworten und bleibt auch mangels vorliegender Forschungsergebnisse zur Lehrerbildung eine Dauerbaustelle (vgl. Terhart). Das nicht gelöste Problem, wie Theorie und Praxis ins Verhältnis zu setzen sind, stellt dabei nur ein Problemfeld dar. Angesichts der auf mehrere Institutionen verteilten Aufgabenbereiche bedarf es sowohl einer inhaltlichen als auch institutionellen Weiterentwicklung der Lehrerbildung. Dabei ist Lehrerbildung als eine „übergreifende berufsbiografische Aufgabe“ (vgl. Terhart) zu verstehen. Die universitäre Phase, der Vorbereitungsdienst, die Berufseinstiegsphase und die sich anschließende langjährige Berufstätigkeit sind als phasenübergreifende Einheit im Rahmen der Entwicklung von Lehrerprofessionalität und somit als eine berufsbiografische Entwicklungsaufgabe zu betrachten. Im Rahmen des Workshops sollen die Problemfelder der Lehrerausbildung identifiziert sowie Handlungsempfehlungen zur dringend notwendigen Weiterentwicklung und Modernisierung der Lehrerausbildung in Niedersachsen erarbeitet werden.

OStD Heinz Kaiser

Seminarleiter am Studienseminar

für das Lehramt an berufsbildenden Schulen 

Detlef Spindler: Lehrerbildung und Schulentwicklung - Die Bildung der Lehrerinnen und Lehrer (LL) soll zum Gelingen von Schule beitragen und Entwicklungen im Schulbereich fördern.

Die Lehrerbildung (LB) kann diesen Herausforderungen in ihren gegenwärtigen Strukturen
(„De-Formierte LB“) nur in ihren vielfachen Begrenzungen Rechnung tragen. 

Im Blick auf die gegenwärtigen Diskussionen zur Reform der LB muss leider festgestellt werden: Unter der Dunstglocke einer unermüdlichen Reformrhetorik wird die schiere Trägheit der Korporationen dem Ansinnen einer planvollen Umgestaltung widerstehen (Formulierung in Anlehnung an eine Aussage von Jürgen Habermas aus dem Jahre 1966 zur Reform der Universität):

°  der Zuschnitt der Abschlüsse orientiert sich - auch unter der Vorgabe einer neuen Orientierung an Schulstufen - weiterhin vorrangig an Schulformen (Grundschule/ BBS/ Gymnasien/Gesamtschulen..)

°  auf diese sollen  sich die Studienanfänger in einer schulorientierten LB schon in der Bachelorphase festlegen und 

° die „Zer-Phaserung“ der LB  führt in der Regel nicht zu einer fruchtbaren Verbindung von Wissenschaftsorientierung und Praxisorientierung in der Vorbereitung auf den Beruf  - mit entsprechenden Konsequenzen in der späteren Berufspraxis. 

Diese  strukturellen Vorgaben begrenzen die Möglichkeiten der Entwicklung einer „pädagogischen Professionalität“ (in diesem akademischen Berufsfeld), begrenzen den Erfahrungsaustausch im Berufsalltag und beschränken das  Reflexionsniveau nicht nur in der Breite. Sie  behindern die Entwicklung eines „gemeinsamen Lehrerleitbildes“ – mit neuen Perspektiven in der Schulentwicklung.

Jens Winkel: Gestaltungswünsche für die universitäre Lehrerbildung

In den vergangenen Jahren wurde die Frage der Gestaltung der Lehrerbildung in Deutschland intensiver  diskutiert. Nach den ernüchternden Ergebnissen der Bildungsvergleichsstudien folgte eine Periode der Selbstreflexion über die Umsetzungsideen zur  Lehrerbildung, die  zu einer Vielzahl von unterschiedlichen Ausformungen von Lehrerbildung in den Bundesländern und den verschiedenen Universitätsstandorten in Deutschland führte.

In dem Workshop sollen einige zentrale Gestaltungsmöglichkeiten für die Weiterentwicklung der universitären Lehrerbildung an Universitäten zur Diskussion gestellt und in der Arbeitsgruppe diskutiert werden. 

Die Gestaltungsvorschläge betreffen generell vier Bereiche:

1. Generelle Überlegungen zur Entwicklung der universitären Lehrerbildung in Deutschland

2. Generelle Überlegungen zu den Inhalten am Universitätsstandort

3. Überlegungen zur (Aus)Bildung am Universitätsstandort

4. Organisation der Lehrerbildung am Universitätsstandort

Nach einer einführenden Darstellung wird sich in Teilarbeitsgruppen intensiver mit ausgewählten Aspekten der Gestaltungsvorschläge auseinandergesetzt, um Positionen zu den Aspekten und erste Ideen zur ggf. unterstützen Realisierung dieser Aspekte zu formulieren.

Prof. Veith: Reformbedarfe in der universitären Lehrerinnen- und Lehrerausbildung

Die Qualität von Unterricht und Schule in einer erkennbar sich verändernden Schullandschaft – Ganztag, Kompetenzorientierung, Inklusion, Zweigliedrigkeit – hängt entscheidend vom professionellen Selbstverständnis und Können der Lehrerinnen und Lehrern ab. Aufgabe der universitären Lehrerbildung ist es, im Rahmen des Studiums eine wissenschaftlich fundierte fachliche, fachdidaktische und pädagogische Ausbildung zu gewährleisten. Dazu erforderlich ist ein an den berufspraktischen Anforderungen orientiertes, phasenübergreifendes Curriculum mit aufeinander abgestimmten, durch Fachkräfte der beteiligten Einrichtungen begleiteten Praxisphasen. Ziel muss es sein, die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer bereits in der ersten Phase ihrer Primar- oder Sekundarstufenausbildung zu befähigen, unterschiedlichste Schülerinnen- und Schüler inklusiv und differenziell in ihrer Lern- und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Die Umstellung der universitären Lehrerbildung auf das Bachelor- und Mastersystem war ein erster wichtiger, vor allem auf die Rahmenbedingungen in der Hochschule bezogener Modernisierungsschritt, dem nun ein weiterer, die schulischen Veränderungen einholender Reformprozess folgen muss.

Prof. Werning: Perspektiven der Lehrerbildung für inklusive Schulen

Im Mittelpunkt stehen Perspektiven zur Ausbildung und Professionalisierung von Fachkräften zur Realisierung inklusiver Bildung in Deutschland. Thematisch sind anzusprechen

Allgemeine Ausgangbedingungen für die Lehrerbildung

Ausgangsbedingungen Inklusion

Organisationsmodelle: Inklusion in der Lehramtsausbildung nationale und internationale Perspektiven

Perspektiven der Lehrerbildung für inklusive Schulen

 
    Bildung und Qualifikation     Niedersachsen     Parteileben
 

 


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