Die "Schulinspektion" als Instrument zur Qualitätsentwicklung in den Schulen Niedersachsens muss weiterentwickelt werden - und braucht einen anderen Namen!

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Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB)Niedersachsen bezieht Position beim Thema Schulinspektion

Um die Beratungsergebnisse zusammenfassen, kann man es so ausdrücken: Qualitätsentwicklung muss ein Angebot sein, um in einem verstetigten Prozess auf der freiwilliger Grundlage durch "Fremdeinschätzung" eine Evaluation der Situation in der Schule und die Weiterentwicklung der Schule durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen zu ermöglichen.

 

Die Einführung der Schulinspektion in Niedersachsen war getragen von Hoffnungen, Erwartungen und vielen Befürchtungen. Insbesondere bei den Berufsbildenden Schulen wurde in Inspektion im Wesentlichen positiv wahrgenommen, da die Berufsbildenden Schulen bereits seit längerem ein Qualitätsmanagement nach EFQM (European Foundation for Quality Management) durchführten.
Bei vielen Schulen führte die Ankündigung der Schulinspektion allerdings dazu, dass sie ein Großteil ihrer Kraft vor dem Termin dazu verwendeten, Papiere zu erstellen und ein positives Bild bei der Schulinspektion bereitzustellen. Für diese Schulen war die Schulinspektion eher kontraproduktiv und hat nicht dazu geführt, dass sich die Qualität an der Schule verbessert.

Im Gegensatz zur Ausgangssituation vor zehn Jahren sind heute vielfältige Überprüfungs- und Kontrollmechanismen implementiert: Zentralabitur, zentrale Abschlussprüfungen in Hauptschulen, Realschulen und Integrierten Gesamtschulen, Dezernentenabitur, verpflichtende pädagogische Arbeitstage.

Die Qualitätsentwicklung an Schulen muss ein verstetigter Prozess sein, der auf der Grundlage des freiwilligen Engagements der Schulen, der Schulleitungen, der Lehrkräfte, der Schüler_innen und der Eltern stattfindet. Eine "von oben angeordnete" "Schulinspektion" kann das nicht leisten.

Bei der Durchführung der Schulinspektion sind uns einzelne Punkte aufgefallen, die wir kritisch sehen. Insbesondere halten wir es für bedenklich, dass die Schulinspektion nicht ausdrücklich der Beratung und Unterstützung der Schulen dient.

Zentrale Frage jeder Qualitätsentwicklung sind "Was ist Qualität?" und "Wer definiert, was Qualität ist?" Qualitätskriterien sind daher in Dialogen in der Schule und zwischen Schule, Schulträger und Schulaufsicht bzw. Schul"beratung" zu entwickeln. Auch die Qualitätsentwicklung jeder einzelnen Schule kann nur im Dialog geschehen: "Was ist das Besondere dieser Schule?", "Was ist das Profil dieser Schule?", "Was sind die Schwerpunkte?", "Worin besteht die Leistung der Schule?", "Unter welchen Bedingungen arbeitet die Schule?"

 
    Bildung und Qualifikation     Niedersachsen
 

 


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